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Trafo Köngen, 21.02.2009

Was für ein Spiel! 3:3! 57 000 Zuschauer die komplett ausflippen… Großes Tennis! Ich weiß, das hat alles relativ wenig mit einem Scarlet Drawl Konzert zu tun, ich erzähl es aber trotzdem. Bevor ich also mit meinen 4 anderen Tenören die Bühne im Trafo in Köngen bestieg, war ich mit der Bandfrau im Gepäck nach Stuttgart in die Mercedes Benz Arena gereist, um dort meinen VFB gegen die durchaus sympathischen Hopp- äh Hoffenheimer anzufeuern und zu bestaunen. Dass die ganzen Bundesligisten aber auch immer ihre schönen ehrwürdigen Stadion-Namen gegen irgendwelche Sponsoren eintauschen, nur wegen ein paar Euro. Dann wird halt Stadion zu Arena oder gar Park und Gottlieb Daimler zu Mercedes Benz. Naja, muss wohl auch mit der Finanzkrise zusammenhängen. Egal, zurück zum Thema. Nachdem ich also zusammen mit 50 000 Sympathisanten über den Elfmeter in letzter Minute geflucht, mich über den Fehlschuss ekstatisch gefreut und über Lehmanns „Torschuhwurf“ gelacht habe, ging es direkt ins Trafo nach Köngen. Als ich dort ankam war zu meiner Freude alles schon perfekt aufgebaut und verkabelt. Dies ließ meine angekratzte gute Laune, nach dem ganz klar verschenkten Punkt, wieder aufblühen.
Da ich ja nicht anwesend war, als sich die 4 Sangesbarden im Proberaum trafen, werde ich mir nun in meiner Allmachtsfanatsie ausmalen, wie es zu dieser perfekt aufgebauten Bühne kam.
Es muss wohl etwa 15:00 Uhr gewesen sein, als sich die 4 Künstler in Pfullingen am Proberaum getroffen haben und das erste Begrüßungs-Bier genossen. Wahrscheinlich kam die Diva Piras zu spät, also ging’s wahrscheinlich um 15:10 los mit Ausräumen. Danach erfreuten sie sich wahrscheinlich an der Tatsache, dass heute Samstag ist und somit Wochenende und begossen dies mit dem nächsten Gemisch aus Weizen, Hopfen und Malz. Sie hatten wohl auch nicht zu sehr zu schleppen, da der Gig ein solcher war, bei dem man, nur mit seinem Topteil, einem Kabel und einer Harke sehr weit kommt. Auf dieses freudige Ereignis wurde wohl erstmal ein weiteres Bier die trockenen Kehlen heruntergespült. Halbvoll bepackt fuhr man dann im Winterlingschen Familientourbus Richtung Wendlingen am Neckar und fand dann wohl auch ohne Navi und Wegbeschreibung („Awa des find mr au so, des kah ja ed so groß sei des Kaff“) das Trafo in Köngen.
Da wir eigentlich immer die Ersten am Tatort sind, war es wohl auch heute so und man stand wie gewohnt vor verschlossenen Türen und wartete. Dass es sich mit einem Bier in der einen oder anderen Hand besser wartet, ist ja zu verstehen.
Als dann später die anderen Bands eintrudelten, wurde wahrscheinlich aufgebaut, wobei unser Band-Papa und immerzu motivierter Schlagzeuger sich wieder als Maschine und Fachmann unter Beweis stellte. Der Rest stand wohl relativ unbeteiligt daneben und wartete auf nen günstigen Moment um zu fragen, wo denn der Backstage-Bereich und Trinkbares sei. Soundgecheckt wurde heute bei uns nicht, da der Gitarrist sich ja im Stadion vergnügte.
Irgendwann kam ich dann endlich im Jugendhaus an und mir wurden gleich die neusten Neuigkeiten des Tages verkündet. Zum einen traf die Band mittags im Proberaum den überaus beliebten Sologitarristen, einer noch beliebteren Band aus Pfullingen, schlafend mit einer leeren Whiskyflasche im Arm an. Er wachte anscheinend nicht mal durch mehrmaliges auf-Becken- Getrommle neben seinem Ohr auf. Das nenne ich mal Rock’n’Roll. Das nächste Ereignis war genau so unterhaltend. Denn nach dem Aufbauen war die Band zusammen mit der anderen Band „Frieder“ beim Mäc. Und Hannes, der nach 6 Cheesis immer noch Hunger hatte, stand einfach auf, lief zum Tisch der Band „Frieder“ und biss einfach so in den Cheeseburger des Sängers. Es kam zu einem Handgemenge. Der gute Schiedsrichter Papa Schnitzer konnte eine Rudelbildung jedoch gerade noch verhindern. Beide waren mit der gelben Pommes gut bedient.
Nach diesen Erzählungen unterhielten wir uns mit unseren „Abspack“ - Freunden von Zielscheibe.
Daraufhin kam ich zu der Erkenntnis, dass ich Fasching im Gegensatz zu unserem Sänger einfach nicht leiden kann. Zum einen finde ich es komisch, dass erwachsene Menschen sich als Hexen verkleiden und rumhüpfen wie verrückt. Zum anderen, weil genau heute am Samstag, die wohl größte und wichtigste Faschingsfeier Stuttgarts, nein wahrscheinlich ganz Baden-Württembergs in Wendlingen stattfindet und darum keiner zu unserem Konzert kommen kann. Wir hatten wirklich ein schlechtes Gefühl, dass das Ganze vor leeren Rängen stattfinden könnte. Diese Angst wurde nicht kleiner, als die erste Band „Frieder“ loslegte und wirklich fast nix los war. Trotzdem sehr anständiger Sound, den die Jungs da produziert haben. Und geiles Merchandising. Waren neidisch.
Als die 3 fertig waren, wurde es ernst und wir machten uns Backstage, was diesmal eine Umkleidekabine war, auftrittbereit. Mit frischen Klamotten am Körper und perfekt gestylten Haaren ging’s dann los. Das Intro lief, wir stolperten auf die Bühne und holzten gleich los. Nach dem ersten Lied sahen wir dann auch, dass echt mehr los war vor der Bühne und das Publikum durchaus sehr Tanz- Sing- und Klatschwütig war. Besonders Zielscheibe ging vor der Bühne echt derbe ab. Danke Jungs!!!
Der Gig war auch echt sehr anständig und wir haben uns verhältnismäßig wenig verspielt. Nach den allseits bekannten und vom kleinen Mann am Bass nicht immer geliebten Sunny Day, als Zugabe, ging es dann von der Bühne runter. Nachdem wir uns kurz frisch gemacht haben, ging’s dann wieder vor die Bühne und wir bestaunten die Kollegen von Zielscheibe. Geiles Konzert, geile Stimmung. Hammer Abend. Danach kurz abgebaut und zufrieden in heimische Gefilde zurückgekehrt, erfreut in mein Bettchen mit VFB Bettwäsche gekrochen und einen letzten Gute Nacht Trunk genossen. Prost!

Jan und Scarlet Drawal! (so stand es doch tatsächlich auf dem Flyer) Nur für Dich!

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