Stadtfest Aschaffenburg, 29.08.2009
Bis jetzt war das Scarlet-Drawl’sche Kilometerkonto für Auftritte
recht spärlich gefüllt und manchmal fragte man sich, warum man die 5 km
zum Auftrittsort überhaupt mit fahrbarem Untersatz bewältigt. Aber das
sollte sich schlagartig und von einem Tag auf den andern komplett
verändern.
Aschaffenburg - das hört sich für uns an wie hinterm Mond zweimal
rechts abgebogen. Aschaffenburg - der erste Auftrittsort bei dem man
erstmal auf Google Earth nachschauen muss, wo er liegt. Wir wissen es
jetzt. Aschaffenburg liegt in Bayern. Also quasi im Ausland. Aber
trotzdem kommt es einem vor, als ob man mitten in Hessen gelandet wäre.
Das liegt daran, dass Aschaffenburg (man kann das Wort nicht oft genug
sagen) nur 10 km entfernt von Hessen liegt. Wir ahnten schon, dass Alles
ein bisschen anders werden wird.
Zu einer uns normalerweise unbekannten und durchaus unchristlichen
Zeit, von der man uns sagte, dass sie 10 Uhr heißt, trafen wir uns an
diesem sonnigen Samstagmorgen im Proberaum. Die Sonne hatte gerade damit
begonnen, unsere noch halbgeschlossenen Augen zu blenden und unsere
müden Körper zu bestrahlen. So früh haben wir uns noch nie getroffen
aber heute sollte alles anders werden. Mit an Bord in der Pfullinger
Reisegruppe von der Echaz-Stadt war auch Neuzugang und Flügelflitzer
Matze „Rudi“ Schäfer. Verteilt auf 2 Luxus Nightliner wurde dann auch um
Punkt 11:00 losgefahren. Der Rest der Weltreise verlief dann relativ
ruhig und es konnte entspannt die Spieltagsvideoanalyse vom Franz K
angegangen werden. Fehler wurden knallhart aufgedeckt und Besserung
reumütig versprochen.
Nach zahlreichen Verfahrereien, für die der Fahrer natürlich nichts
kann, kam man tatsächlich in Aschaffenburg an und wir müssen sagen,
dass wir noch nie so eine schöne Innenstadt gesehen haben. Waren so was
von geil drauf, da heute auf einer der gefühlten 20 Bühnen zu spielen.
Bevor aber alles genau betrachtet und bestaunt werden konnte, musste
noch die von der Fahrt völlig zerstörte Frisur unserer Sängers und
Bassisten wieder in den glatten Zustand gebracht werden. Man entschloss
sich kurzer Hand das Klo eines Chinesischen Fast-Food Restaurants dafür
zu missbrauchen. Ich hab noch nie Chinesen so dumm schauen gesehen, als
die beiden Kollegen zu zweit mit Glätteisen bewaffnet auf 1 Klo gingen.
Danach gings dann ab in die City. In dem allseits beliebten Spiel
„Wer findet die Bühne am schnellsten“, ging „LL Cool Gay“ Piras als
strahlender Gewinner hervor. Die Bühne hieß Herstallstraße und es war
Liebe auf den ersten Blick. Heute sollte da vor und nach uns die gleiche
Band spielen. Sie hieß Black and White. Man muss sagen klasse Typen.
Von dem Sänger bin ich mir sicher, dass er Ozzy persönlich kennt. Wir
haben dann auch ziemlich zügig damit begonnen, die Bühne mit unserem
Equipment vollzumüllen. Wir durften dabei das Equipment von B&W, das
schon oben stand, aber keinen cm bewegen da das verheerende
Konsequenzen für deren Bühnensound gehabt hätte. Sound gecheckt wurde
wie immer auch. Nach dem wir uns sicher waren, dass es nicht ganz
scheiße klingt, waren wir auch ziemlich schnell zufrieden. Es war dann
kurz vor 4. Noch ne halbe Stunde bis Stage-Time. Aufgrund dieses frühen
Zeitpunkts mussten wir unsre Devise „Kein Bier vor 4“ leider übergehen
und so wurde die halbe Stunde auch gebührend gefeiert und gewürdigt.
Dann war es soweit. Das Stage-Outfit angelegt, die weißen Schuhe
frisch gebohnert, die Seiten waren gestimmt. Aber irgendwer hatte in
diesem Moment etwas dagegen, dass wir pünktlich anfangen. So hatte
plötzlich Timos Kabel keine Lust mehr Strom zu leiten und Giannis Orange
hatte fetten Beef mir seiner Sicherung, und schmiss sie kurzerhand
raus. So kam es dann dazu, dass gar nix mehr ging. Aber 15 lange Minuten
hektisches-auf -der-Bühne-rumgelaufe-und-Fehler-gesuche später konnte
dann endlich losgejazzt werden. Was dann kam war wohl einer der aller
aller besten Gigs ever. Alles hat gepasst, wir waren geil, Publikum
geil, Wetter geil! Hammer. Hat riesen Spaß gemacht, in Aschaffenburg zu
spielen. Wir haben dann auch gelernt, dass es weder Aschaffenburger,
noch Aschaffenburgerianer heißt sondern Aschabescher. Suuper. Man lernt
ja nie aus.
Nach dem Gig haben wir dann einen Zwischenstopp im Proberaum von
der ortsansässigen Band Verlegen gemacht und dann gleich unser Lager für
die Nacht dort aufgeschlagen. Dort dann noch kurzes Intermezzo mit
unserm Freund Jack und dann wieder ab in die Stadt, wo wir so was von
steil gegangen sind. Alles, was dann passierte, unterliegt dem
Jugendschutz und wir sind ja eine jugendfreundliche Band. Falls es euch
doch interessiert, zieht euch die Exzessbilder auf Flicker rein.
Nochmals vielen Dank an alle, die da waren und mit uns gerockt
haben. Wir kommen wieder. Bis dahin. Rockt On Aschebescher!
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